Mehr Mut als Gepäck.

Kennen Sie Anna Leonowens? Nein? Aber die Verfilmungen „Anna und der König von Siam“, die kennen Sie doch bestimmt? Falls nicht: Die Geschichte um die verwitwete, englische Lehrerin Anna (Leonowens), die an den Königshof von Siam (Thailand) berufen wird, um dort dessen Kinder und Konkubinen zu unterrichten, ist ein Klassiker über Frauen im 19. Jahrhundert, die sich wenig um gesellschaftliche Konventionen scherten und fremde Länder bereisten, dort arbeiteten oder eigene Entdeckungen machten. Beschrieben sind sie unter anderem in dem Buch von Julia Keay „Mehr Mut als Kleider im Gepäck: Frauen reisen im 19. Jahrhundert durch die Welt“.

Weniger Mut als Kleider hat die Frau des 21. Jahrhunderts im Koffer, wenn sie auf Weltreise geht. Alles lässt sich per Internet suchen und buchen, wenn man es denn möchte. Kommunikation läuft zeitnah online und ganz ohne langwierige Postwege. Es gibt für alles Versicherungen und Rückfallebenen. Ein Luxus, wenn man sich die im oben genannten Buch portraitierten Damen ansieht.

Und vor allem deutlich weniger beschwerlich, was das Gepäck betrifft. Links ein Schrankkoffer, wie ihn die bessere Gesellschaftsdame zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ihren Überseereisen per Schiff dabei hatte. Für Abend- und Tageskleider, Korsetts, Mäntel, Schuhe, Schals, Hüte… Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem solchen Koffer an den Check In-Schalter des Flughafens kommen!

Nichtsdestotrotz stellt sich heute wie damals die Frage: was soll mit? Und gleich daran anschließend: welcher Koffer ist der richtige für das ganze Gedöns, das Frau so mit sich führen möchte?

Schrankkoffer für Überseereisen. Foto netterweise zur Verfügung gestellt von www.zeitreise-bamberg.de

Vom hehren Plan, nur mit Handgepäckköfferchen um die Welt zu reisen, sollte man sich relativ schnell verabschieden. Das spart zwar Zeit und schont die Nerven, es geht schneller beim Check In, aber nur ausgewiesene Puristinnen schaffen es, mehrere Klimazonen mit Minimalgepäck zu bereisen. Selbst, wenn das bewährte Zwiebelprinzip auf alles Mitzunehmende angewendet wird (Tropen-Trägertops gehen auch als Unterhemden am Kap Horn), wachsen die Kleidungsstapel zusehends. Und dann die Entscheidung: als Travelling Lady soll es doch nicht nur praktisch sondern auch schön sein…

Also wird der Stapel umsortiert: (fast) nur Lieblingsstücke dürfen mit! Ein, zwei, drei Kleider, Jeans, schwarze Hose, Bluse, Blazer – ein bisschen Business darf es sein, der Rest sind ohnehin die üblichen Verdächtigen aus Jersey. Und ob nun das selten getragene, aber umso mehr geliebte Lederkleid in Buenos Aires und Montevideo ein tangotaugliches Outfit sein kann, wird dann vor Ort spontan entschieden.

Rolltasche (lässt sich auch als Rucksack tragen) und kleiner Tagesrucksack (als Handgepäck).

Was die reisende Dame des 19. Jahrhunderts indes nicht berücksichtigen musste: die vielen elektronischen und digitalen Helferlein, ohne die ich mir ein Reisen nur schwerlich vorstellen kann. Neben dem ultraleichten Notebook, der Kamera samt Zusatzequipment sind E-Book und elektrische Zahnbürste die Dinge, die ich auch auf einer einsamen Insel nicht missen möchte.

Es muss also doch eine ganze Menge mit. Schließlich hat die Travelling Lady heutzutage weniger Personal dabei als früher. Roll- und tragbar muss das Gepäck also sein, leicht und wasserfest. Ein Rollkoffer, wie ursprünglich geplant, ist zwar ganz praktisch auf ebenen Asphalttrottoirs der Weltmetropolen, aber bei einem tropischen Regenguss nützen die Rollen nichts. Also lieber eine rollbare Reisetasche und dazu einen kleinen Rucksack für das Handgepäck. Damit sollte die Travelling Lady, sollte ich, für die nächsten Monate und zweieinhalb Klimazonen gut gerüstet sein. Inklusive Lieblingsstücke!

13 Gedanken zu “Mehr Mut als Gepäck.

  1. Ich freue mich so sehr mit dir mit (noch ergreift mich ja kein Travelneid, da ich selbst auch übermorgen eine Fernreise mache, aber dann, ja dann…) Alles Gute und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

  2. Die Lieblingsstücke würde ich eher zu Hause lassen, die wenige Kleidung im Rucksack leidet mit der Reisedauer doch deutlich. Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß und eine gute Zeit unterwegs (und mir schöne Berichte, damit ich nach meiner Rückkehr noch ein wenig in die Ferne schweifen kann)!

  3. Ach, das mit dem Gepäck relativiert sich mit zunehmender Reisedauer…

    Viel Spaß und ganz viele tolle Erlebnisse!

  4. Ich wünsche Dir eine wunderbare Reise und freue mich schon sehr zu lesen, was Du berichten wirst. Danke fürs virtuelle Mitnehmen!

    Wenigstens eine virtuelle Umarmung muss aber sein ((( ))) !

    Alles Liebe

    Liisa

  5. Ich wünsche Ihnen so viel Freude und Spaß auf Ihrer Reise! Viele wunderbare Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur!
    Und natürlich auch von mir ein „Danke“ für’s Mitnehmen!
    (Ich kenne Sie nicht mal, bin aber auch aufgeregt.) 😉
    Von Herzen alles Gute für Sie!
    Melanie

  6. … Tempotaschentücher in der grossen Tasche vergessen!? Egal, dann gibt es nen guten Grund, ohne Abschiedstränen loszufliegen. Hab die Zeit deines Lebens ! Die Reise bringt dich sicher wieder in das DUR des Lebens zurück !
    Bin jetzt doch ein bisschen traurig, dass du sooo lange weg bist; freue mich aber wahnsinnig, an deinem Abenteuer teilzuhaben!
    Pass auf dich auf und los gehts !!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert