Rümpf, rümpf, rümpf.

Ja, genau. So sieht eine gute Überschrift aus. Und natürlich fragen Sie sich möglicherweise: „Was will sie uns denn jetzt schon wieder erzählen?“ Naja, Sie wollten es ja nicht anders.

Damit ich mich nicht langweile, lese ich mich vorher durch Lokalnachrichten, Veranstaltungskalender und Kulturseiten, um zu erfahren, was man denn am Ort des Geschehens so anstellen kann. Und da stieß ich in der Phnom Penh Post auf einen Artikel über die Siem Weep Singers. Weeping im Sinne von „Tränen wegwischen“.

Die Travelling Lady ist ja immer offen für Grenzerfahrungen. Und so schritt ich nach einem kurzen Telefonat mit der derzeit amtierenden Chorleiterin Deborah Saunders durch die Stadt, um in der Small Art School meine Aufwartung zu machen. Die Small Art School, gegründet und geleitet von der Japanerin Tomoko Kasahara, hat sich zur Aufgabe gemacht, unterprivilegierten Kindern und Jugendlichen eine Teilhabe an künstlerischer Bildung zu ermöglichen.

Angeschlossen daran ist die Khmer Kids Art Gallery, wo neben Arbeiten der Kinder und Jugendlichen auch weitere Werke erworben werden können. Hier trafen wir uns: die beiden Expatriots Deborah aus Australien, Galerie- und Art Koordinatorin Yuko Sakata aus Japan – und ich. Von den sonst üblicherweise teilnehmenden bis zu 17 Chormitgliedern waren aufgrund des erhöhten Urlaubs- und Krankheitsaufkommens also nur wir drei übrig. Und ich glaube zu wissen, dass die Beiden nur mir zuliebe den Chortermin durchführten und meine diversen Stimm- und Tonlagenausrutscher dezent überhörten. An dieser Stelle ein riesengroßes Herz nach Siem Reap!

Nun muss ich vorweg schicken, dass ich nicht umsonst zu Schulzeiten aus dem Chor geflogen bin und aus gutem Grund bei den überaus raren Kirchenbesuchen meine Stimme lieber nicht lauter erhebe als es meine Umgebung verkraften kann. Aber wie gesagt: es geht um Grenzerfahrungen, und so hoben wir an zu singen. Im Liederbuch waren Weisen aus aller Herren Länder gesammelt und so sangen wir unter anderem “Hejo, spann den Wagen an”, einen japanischen Liebessong, Greensleeves und das “Abendlied” von Brahms (!) auf deutsch und englisch.

Und dann noch ein Lied, dessen Refrain ausschließlich aus “Rümpf, rümpf, rümpf” besteht. Ja, die Schweizer! Wer sich über den genauen Text dieses Kinderliedes informieren möchte – bitte schön!

Aber ich stelle fest: ich kann leider nicht singen. Nein, wirklich nicht. Ich brauche unbedingt professionelle Unterstützung und habe fest die Absicht, zumindest einmal ohne Tonlagenrutsch durch ein Lied zu kommen. Das ist dann für Südamerika vorgesehen, da muss es ja einen leidensfähigen Lehrer geben. Und ich singe in wirklich jeder Sprache, siehe oben.

Der Chor findet in der Regel immer mittwochs um 18.30 Uhr in der Small Art School statt und steht auch Touristen offen. Um eine Spende von einem Dollar nach dem Termin wird gebeten. Und natürlich kann man auch zu den Öffnungszeiten in der Galerie reinschauen und die eine oder andere hübsche Postkarte, einen Baumwollbeutel oder gar ein Bild erwerben. Oder an einem der Workshops teilnehmen. Yuko ist sicherlich gern für Sie da!

2 Gedanken zu “Rümpf, rümpf, rümpf.

  1. Das mit dem Talent beim Singen kenne ich.
    Auch so eine Sache, die einem durch die Umstände manchmal früh ausgetrieben wird.

    Aber schön, wenn sich der Gesang auf einer Weltreise wiederfindet!

  2. Nunja, singen kann ich schon. Aber auf solche Ideen kommst wiklich nur du !! Hut ab vor deiner Neugierde (auf Grenzerfahrungen 🙂 ). Das kann ja noxh spannend werden !!

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