Pfeffer und Kuchen.

Wer hat nicht schon einmal Jemanden dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst? Vielleicht sollte man diesen nicht ganz so frommen Wunsch einmal überdenken, denn in Kampot wächst der Pfeffer tatsächlich – und er ist ganz ausgezeichnet!

Die kleine Universitätsstadt an der Gabelung des Teuk Chhou Flusses liegt am Fuß der Elefantenberge inmitten von Plantagen, wo seit der französischen Kolonialherrschaft Pfeffer angebaut wird. Nun ist Pfeffer nicht gleich Pfeffer, und jener aus Kampot hat eine fruchtige Schärfe, die mit Limette vereint, geschmortes Hühnchen oder einen festfleischigen Fisch sehr veredeln kann. Kosten kann man die verschiedensten Pfeffer-Gerichte an jeder Ecke, aber nicht überall wird wirklich der echte Kampot-Pfeffer verwendet. Hier einmal ein Beispielfoto von äußerst schmackhaftem Hühnchen in Bananenblüten gegart, mit Galgant, Knoblauch, Kaffir-Limettenblättern – und natürlich Pfeffer aus Kampot (echt).

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die an einem Fluss mit einer Promenade aufgewachsen sind, glücklicher sind als andere – außer jenen, die das Glück hatten, am Meer groß zu werden selbstverständlich. Und Kampots Einwohner machen einen sehr zufriedenen Eindruck. Das scheint sich auch auf die Expatriots und länger verweilenden Touristen auszuwirken – eine kleine, kreative Szene hat sich in den letzten Jahren entwickelt, die neben den üblichen „Wir machen mal ein Café/eine Bar/ein Restaurant auf“-Geschäftsentwürfen auch Mode- und Produktdesign, Musik, Kunst und vielerlei touristische Rahmenangebote beinhaltet. Das Leben hier ist eine Spur entspannter als im wuseligen Siem Reap oder im hektischen Phnom Penh, aber um einiges betriebsamer als im verschlafenen Battambang. Also genau richtig, um ein paar Tage vor Ort zu weilen, sich in ein Café in eine der etwas ramponierten Kolonialbauten zu setzen, ein Stück Kuchen zu bestellen – und zu stutzen. Denn warum schmeckt der New York Cheesecake denn so anders? Ganz klar: weil er mit Kampot-Pfeffer gemacht ist! Muss man mögen. Weil es überraschend lecker ist.

Und weil ich auch an einem Fluss aufgewachsen bin, auf dem alle Tage Schleppverbände vor sich hintuckerten, weil eine kleine Promenade an diesem Fluss entlang führte, darum hat mir die Stadt so gut gefallen. Und darum muss ich wohl eines Tages noch einmal nach Kampot zurückkehren. Denn diese Stadt hat mehr als nur einen Tag verdient. Wünschen Sie mich doch einfach mal dahin, wo der Pfeffer wächst!

P1030736 P1030761 P1030777 - Kopie P1030772 P1030769 Kampot - Stadt des Pfeffers
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