Wenn man morgens um halb acht der Flugkapitän die Passagiere bittet, doch nach links unten zu schauen, denn da könne man das berühmte Opernhaus sehen und dahinten, bitteschön, läge der ebenso berühmte Bondi-Beach, ja, dann macht es doch gar nicht so viel aus, dass man nur zwei Stunden Zwischenstopp in Australien hat. Die Travelling Lady lässt den Kontinent nämlich einfach links liegen. Australien war nie ein erklärtes Sehnsuchtsziel wie Neuseeland, zu dem sie jetzt unterwegs ist.
Aber nun, wenigstens den Airport kann man einem ersten Check unterziehen. Ob da etwas für den BER als Feature-Vorbild dabei ist? Es bleibt ja offenbar noch genügend Zeit bis zur Fertigstellung des Berlin-Brandenburgischen Flughafens, dass gegebenenfalls Verbesserungen in Komfort und Service eingeplant werden könnten. (Insert here: sarkastisches Lachen.)
Von einem Gate zum nächsten durchquert man in Sydney erst einmal etliche Luxuslabelshops, nur unterbrochen von kleinen Baustellen. Immerhin – nur kleine Baustellen! Geld sollte man auch mitbringen, wenn man sich einen brühendheißen Kaffee und ein Sandwich kaufen möchte. Viel Geld. Sydneys Airport verlangt Apothekenpreise: sage und schreibe 15 Euro musste ich berappen, um Koffein und Kalorien zuführen zu können. Ich bin ja nicht geizig, aber…
Wenden wir uns den positiven, weil kostenfreien Features des Flughafens zu: Wasserspendern. Wie wunderbar es ist, einfach Trinkwasser aus dem Hahn zum Durststillen nehmen zu können. Ein Privileg. Und es schmeckt auch noch. Wenn Sie ganz genau hinschauen, entdecken Sie im Foto einen Aufkleber aus Neuseeland. Der Flughafen Auckland hat ebenfalls Trinkwasserspender überall. Und da die wohltuende Wirkung des Kaffees in Sydney noch nicht wirklich in meinen Synapsen angekommen und ich zwar begeisterungsfähig aber weniger fotografierfähig war, muss ich hier ein Symbolbild aus Neuseeland für Sydney einfügen. Mea culpa.
Ich halte Trinkwasser übrigens für ein grundsätzliches Menschenrecht. Das nicht nur von Großkonzernen in Plastikflaschen angeboten werden soll. Insofern fände ich es sehr charmant, wenn dieses Angebot wie in Sydney oder Auckland überall in Deutschland an Flughäfen, auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden zu haben wäre. Deutschland hat mit das sauberste Trinkwasser der Welt. Und bietet es nicht offensiv an. Was für eine Verschwendung!
Ja, Australien soll mittlerweile ziemlich teuer geworden sein. Hört man von vielen , die dort waren bzw dort leben möchten.
… aber , dass du Sydney „links“ liegen gelassen hast ist dann doch ein bisschen ne Schande!!
in Punkto „freies Wasser für alle“ stimme ich dir voll und ganz zu. Eine der grössten Abzocken unserer Zeit! Teilweise sind Bier und Softdrinks schon billiger zu haben als stinknormales Wasser aus der Leitung!