Temblores und Terremotos.

Als an einem Samstagabend in Santiago de Chile die Gläser im Regal hin und her wandern, der Fernseher wackelt und dann auch noch das Haus beginnt zu schwanken, ist klar: ein Erdbeben! Das erste, das ich nicht verschlafe wie jenes in Wellington, das mit 4.2 auf der Richterskala durchaus bemerkenswert gewesen wäre. Aber ich habe eben einen festen Schlaf und dereinst muss wohl die Apokalypse ohne mich stattfinden…

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Aber zurück zum Erdbeben. Während ich mich noch nicht entscheiden konnte, ob ich in Panik aus dem Haus stürzen oder mich mit stoischer Gelassenheit erst einmal im – nach wie vor rausgezeichnet funktionierenden – Internet über den Ernst der Lage informieren sollte, sprang mit einem Knall die Tür zum Wandschrank auf. Bücher, Haushaltsutensilien und der Schlafsack plumpsten auf den Boden. Nun wurde mir doch etwas mulmig, bis nach einer Minute der Spuk vorbei war. Auf der Straße blieb alles ruhig und getreu der Devise „do it as the locals do“ räumte ich den Wandschrank wieder ein und versuchte, meine flatternden Nerven wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Per WhatsApp wurde mir vom großen Chilenen freundlich beschieden, ich solle mich wieder beruhigen, es sei doch gar kein Erdbeben („Terremoto“) gewesen, sondern nur simple Erdstöße („Temblores“). Nun erschließt sich mir als Mitteleuropäerin diese Unterscheidung nicht, aber nun, wenn der wohlgemeinte Ratschlag lautet „ruhig bleiben und ein Glas Wein trinken“, halte ich mich natürlich daran. Allerdings steht seitdem eine gepackte Notfalltasche neben der Wohnungstür.

(Und es war doch ein Erdbeben! Mit 6.9 Magnitude vor der Küste Valparaísos ist das ein Erdbeben!)

Was es allerdings mit dem sehr beliebten Cocktail „Terremoto“ auf sich hat, werde ich noch genauer testen…

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