El martes, ni te cases, ni te embarques, ni de tu casa te apartes.
Stellen Sie sich eine Wüste vor. Die trockenste Wüste der Welt. Dazu noch Geysire, heiße Quellen, Lagunen mit Flamingos und bizarre Salzlandschaften. Die Luft ist klar und die Sonne brennt auch im Herbst immer noch unbarmherzig vom Himmel, während die Nächte Stein und Bein frieren lassen.
Das alles ist die Atacama-Wüste.
Und ich war nur einen Steinwurf entfernt, alles das zu sehen. Also einen Steinwurf von 833 Kilometern. Den Stein hätte ich von Copiapó nach San Pedro de Atacama werfen müssen, dem eigentlichen Ziel meiner Reise. Leider habe ich beim Buchen übersehen, dass der nächste Flughafen zu San Pedro de Atacama Calama heißt und nicht Copiapó. Und so stand ich an einem schönen Dienstagmorgen vor dem wirklich sehr kleinen Flughafengebäude in Copiapó und wunderte mich, dass der Tour Operator keinen Wagen geschickt hatte. Ein freundlicher Taxifahrer fragte, wohin ich denn wolle und nach kurzer Sichtung der Unterlagen wiegte er bedächtig den Kopf und sagte: „Mädchen, du bist hier falsch. Das ist viel zu weit entfernt. Du musst zum Flughafen nach Calama.“ Calama klingt irgendwie sehr nach Kalamitäten und ab sofort heiße ich Calamity Jane, das passt.
Nach Rücksprache mit dem Flughafen-Personal, der Reiseagentur und mir selbst war klar: das schaffe ich heute nicht mehr. Nicht mit dem ausgebuchten Flug nach Antofagasta, nicht mit dem Anschlussbus nach Calama und nicht mit dem eigentlich geplanten Ausflug ins Valle de la Luna am Abend. Auch der Autobus, der von Copiapó nach Norden fährt, hätte mich maximal gegen Mitternacht in Antofagasta abgesetzt, einer überaus charmelosen Industrie- und Durchgangsstadt.
Die Schalterdame von LATAM überlegte kurz und gab mir einen Zettel mit der Summe eines Flugtickets zurück nach Santiago. Knapp 50.000 CLP, Fensterplatz am Notausgang. Ob ich denn wolle? Das sei ein Sonderpreis. Und auch die Reiseagentur stornierte netterweise alle Touren und Transfers ohne Mehrkosten.
Und so kam es, dass ich knapp eine Dreiviertelstunde am Rande einer Wüste herumorganisierte. Um dann doch wieder wohlbehalten in Santiago zu landen. Das wird nie wieder passieren. Auch nicht einer Calamity Jane.*
Dieses Land will mich anscheinend noch einmal wiedersehen. Schließlich habe ich noch eine Wüste offen.
*Die das 2005 auch schon einmal schwor, als sie am Flughafen von Madras (Indien) stand und ihr die Schalterdame erklärte, dass sie doch am 23. Februar zurück nach Mumbai hätte fliegen müssen und das sei gestern gewesen. (Einen raschen Stempeldruck und eine Unterschrift später hatte ich die Menschen wieder lieb.)
Oh wie Schade. Besser als in Calama stranden, das ist nämlich wirklich schlimm, aber schlechter als vieles andere, was man in Chile tun kann. Ist nicht wenigstens noch Zeit für den kleinen Norden (La Serena)?
Das wohl leider nicht, aber als Alternativ-Route kann ich mir den Schlenker von Bolivien aus über Uyuni zur Atacama-Wüste vorstellen. Da gibt’s auch Touren im Winter.
Unbedingt! Ist dann aber auch fast schon egal, ob man diese Gegend von Bolivien oder Chile aus bereist, alles kompletter Landschaftswahnsinn.
Ach Mensch! Aber es gibt Schlimmeres ! Und sinnlos durch die Gegend fliegen ist doch auch schön, oder?! (Sagt der Flugangsthase! haha)
Aber wo bleibt der Flughafencheck von Copiapò ?:)
Pass auf dich auf !
Ich schreibe dann mal einen Reiseführer für den Flughafen von Copaipó.