Am Ende einer Reise steht immer ein Eindruck, ein Fazit des Landes. Nun habe ich in Argentinien nur etwa knapp drei Wochen und diese überwiegend in Buenos Aires verbracht. Vielleicht war es der kühle Spätherbst, der mich davon abhielt mit dem Überlandbus oder dem Zug durch das Land zu gondeln, um mir Salta, Bariloche, Cordoba, Mendoza und so viel mehr anzusehen. Vielleicht auch eine Reisemüdigkeit im Anschluss an den langen Aufenthalt in Santiago de Chile. Auf jeden Fall aber haben mich Menschen an diese Stadt gebunden, die doch sehr viel europäischer ist als Santiago und mich so sehr an meine Zeit in Paris erinnerte.
Statt Tango tanzten wir Salsa und Merengue – was in meinem Fall eher ein Derivat der Tänze ist, denn keinen der beiden beherrsche ich. Es hielt mich dennoch nicht davon ab, mit meinen Mitstreiterinnen die Nacht zum Tage zu machen und zu tanzen, bis wir keinen Schritt mehr machen wollten. Statt Asado aßen wir frittierte Tintenfischringe. Und Coq au Vin mit Artischocken an Eierdip als Vorspeise zu meiner Dinnerparty. Eine Dinnerparty in Buenos Aires! Die Holly Golightly-Momente meines Lebens.
Und wir warfen Dartpfeile, nachts um halb vier in meiner Wohnung in San Telmo, nachdem wir fünf Flaschen Rotwein geleert hatten und auf „Ich war noch niemals in New York“ und „Da, da, da“ getanzt hatten. Der Uni-Freund sang dazu „Volver“, die Inderin tanzte Tango mit einem imaginären Partner, während wir immer trunkender wurden und unsere Freundschaft wuchs.
Eine Zeitkapsel in dieser Stadt, in diesem Land, ein bisschen geschenkte Jugend und Party, ein bisschen das Gefühl, daheim zu sein und Freunde gefunden zu haben. Diese Stadt, dieses Land, wird mich wiedersehen. Deshalb sage ich nicht „Good bye“, sondern „Hasta pronto!“









