Es wird schon wieder italienisch. Nachdem erst kürzlich der Rigoletto abgehandelt wurde, muss nun das ureigenste italienische Produkt auf zwei Rädern dran glauben. Auf Bali, und insbesondere in Ubud, stehen sie an allen Ecken und Enden und verweisen mit ihrem zeitlos kurvigen Design alle japanischen Plastikchassismodelle auf ihre Plätze: Vespas. Von 1972 bis 2001 übrigens als Lizenzprodukt eines indonesisch-dänischen Joint Ventures auf Java gebaut – und in den seltensten Fällen aus Italien importiert. Natürlich wurde die Travelling Lady sehr, sehr neugierig, als sie die Aufkleber auf einigen alten Vespas sah. Und auch der stilsichere Denpasaraner hatte einen geheimnisvollen Sticker an seinem Gefährt. Das wollte sie doch genauer wissen…
It’s a Boys‘ World
Leider hat es dann trotz diverser E-Mails doch nicht mit einem Treffen geklappt, aus vielerlei Gründen, aber vielleicht dem wichtigsten: sie sind sich selbst treu. Und sie sind Jungs, und Jungs bleiben in ihrer Brotherhood unter sich. Der Dewata Scooter Club Bali ist ein loser Zusammenschluss von Vespa- und Scooter-Enthusiasten, deren fahrbare Untersätze oft nicht mehr sehr viel mit dem Ursprungsmodell gemein haben. Sie treffen sich in der Regel samstags, fahren gemeinsam aus und was dann am Ziel ihrer Tour passiert, hat der Australier Don Silcock in seinem Blog Nomadicpixel beschrieben und bebildert. Noch ein Jungsclub, aber nur echt mit Emblem und Kutte: die Vespa Cowboys Bali.
Die Fans klassischerer Modelle haben sich unter Tua Berasap (frei übersetzt: alter Rauch) zusammengefunden – Ausflüge müssen natürlich sein und werden ausgiebig auf Youtube dokumentiert.
Bei dieser Vereinigung sind übrigens auch Mädels willkommen! Hier noch ein Video vom Vespa Mods MayDay 2015 – und mir geht das Herz auf!
Auf den Geschmack gekommen? Wer sich auf der Insel eine restaurierte Vespa zulegen und nach Europa exportieren will, wird bei Bene Asai oder AJS fündig. Aber, Achtung – nicht alles, was als „alt“ und „original“ angeboten wird, ist es auch…
Neu auf dem Markt…
Natürlich kann man sich auch bei Piaggio/Vespa Indonesia ein neues Modell kaufen. Nachdem die Vespa-Produktion in Indonesien nicht mehr weitergeführt wurde, hat nun Vespa/Piaggio sein Vertriebsnetz auch nach Asien ausgeworfen – und macht sich Events wie das 2015 unter dem Motto „Friendship for all Nations“ durchgeführte Vespa-Festival zum indonesischen Unabhängigkeitstag am 17. August zu eigen, um es in die Community-Ansprache einzubinden. Das Festival feierte übrigens nicht nur die Unabhängigkeit sondern auch die Erinnerung an die Rivalitäten der Mods und Rocker im England der 60er – und um die heutige Diversität auf zwei Rädern zu zeigen.
…und alte Erinnerungen
Erinnert sich eigentlich noch jemand an den Film Quadrophenia? Mit einem extrem coolen Sting als Ace auf seiner vercromt glänzenden Vespa? Dieser Film war übrigens Schuld daran, dass ich mit 16 meine erste Vespa haben wollte. Die Travelling Lady trug damals übrigens noch keine eleganten Kleider sondern einen alten Parka, Chucks oder Doc Martens und fuhr ihre kleine blaue PK 80 S über hessische Landstraßen. Aber wir sind ja in Bali, und nun ist es auch gut mit der Hymne auf die Vespristi.
Nun bin ich nicht ganz unerfahren auf zwei Rädern – hier eine kleine Gedenkminute an meine geliebte Vespa Granturismo daheim, die nun bald bei hoffentlich besserem Wetter von einem Freund samt Frau ausgeführt wird, bis ich wieder von der Reise zurück bin -, aber ich habe einen gehörigen Respekt vor Linksverkehr und den Fahr(un)sitten in anderen Ländern. Und mit den gemieteten 150ccm/12 PS Honda-Plastik sollte das Überholen wenigstens mit etwas Bums stattfinden.
Zurück im Haus, duschte ich, wusch mir die Haare, nur um verzweifelt die Abwesenheit jeglicher Frisur zu bejammern. Meine Haare sind keinesfalls für tropische Temperaturen gemacht. Sie kringeln sich, werden wattig oder stehen gleich ganz zu Berge, wenn sie nicht einfach nur schlapp machen. Einzige Alternative zur Frisur: ein halbwegs geknüdelter Dutt. Die Kreuzköllner Hipster-Dutts wurden garantiert in den Tropen erfunden.

Die kleine Universitätsstadt an der Gabelung des Teuk Chhou Flusses liegt am Fuß der Elefantenberge inmitten von Plantagen, wo seit der französischen Kolonialherrschaft Pfeffer angebaut wird. Nun ist Pfeffer nicht gleich Pfeffer, und jener aus Kampot hat eine fruchtige Schärfe, die mit Limette vereint, geschmortes Hühnchen oder einen festfleischigen Fisch sehr veredeln kann. Kosten kann man die verschiedensten Pfeffer-Gerichte an jeder Ecke, aber nicht überall wird wirklich der echte Kampot-Pfeffer verwendet. Hier einmal ein Beispielfoto von äußerst schmackhaftem Hühnchen in Bananenblüten gegart, mit Galgant, Knoblauch, Kaffir-Limettenblättern – und natürlich Pfeffer aus Kampot (echt).
Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die an einem Fluss mit einer Promenade aufgewachsen sind, glücklicher sind als andere – außer jenen, die das Glück hatten, am Meer groß zu werden selbstverständlich. Und Kampots Einwohner machen einen sehr zufriedenen Eindruck. Das scheint sich auch auf die Expatriots und 



Die Travelling Lady ist ja immer offen für Grenzerfahrungen. Und so schritt ich nach einem kurzen Telefonat mit der derzeit amtierenden Chorleiterin Deborah Saunders durch die Stadt, um in der Small Art School meine Aufwartung zu machen. Die
Er seufzt ein wenig und seine Falten scheinen sich noch tiefer in das braune Gesicht einzugraben: „Die Stadt wächst immer weiter, wie ein Pilz. Und ich brauche mehr Land. Aber das Land um meine Farm gehört der Stadt. Also muss ich umziehen, weiter raus.“
Die Pferde würden ausschließlich in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag geritten. „Es macht keinen Sinn, wenn sich Pferde und Reiter in der Hitze unwohl fühlen. Und auch für unsere Guides ist es angenehmer.“ Die Guides und Angestellten werden von der Cambodia Pony Welfare Organisation ausgebildet und sollen selbstständig für das Wohlergehen der Tiere sorgen können. Auch Volontäre sind gern gesehen, obwohl man das Konstrukt, in Entwicklungs- oder Schwellenländern kostenfrei zu arbeiten und möglicherweise lokalen Arbeitskräften Jobs wegzunehmen, durchaus kritisch sehen kann. Dazu in einem späteren Post sicherlich mehr.









