Good Bye, Kambodscha.
Am Ende einer jeden Reise steht ein Fazit. Eines, das sehr individuell geprägt ist. So mancher schreibt über Müllberge, häufige Stromausfälle oder wackeliges Internet. Andere finden alles superrelaxt, authentisch und außerdem gibt es ja so leckeres Essen! Jeder erlebt sein Kambodscha anders.
Kambodscha ist nicht so lieblich wie Thailand, nicht so energetisch wie Vietnam und mit Sicherheit ärmer als alle beiden Staaten zusammen. Ein bisschen so wie die kleine Schwester, die nicht so richtig was abbekommt von der Schokolade, weil alle anderen schneller waren. Oder die sich eben etwas langsamer entwickelt.
Neben der besonders auf dem Land spürbaren Armut steht die von Investoren aus China, Japan und Vietnam geprägte Wirtschaft rund um die Großstädte. Glaspaläste, riesige Gewerbegebiete und perfekt asphaltierte Straßen (eine Seltenheit) prägen deren Ansiedlungen. Der amtierende Premierminister Hun Sen nutzt seine noch aus Zeiten der Roten Khmer herrührenden Kontakte und Netzwerke und hat sich und seiner Familie damit eine feste Machtposition gesichert – und nebenbei ein Vermögen von rund 200 Millionen Dollar! Damit hat er nicht nur monetär die Fäden in der Hand sondern auch den derzeitigen König Norodom Sihamoni, dessen Vermögen im Vergleich zu anderen Monarchen geradezu lachhaft erscheint, und dessen eher spirituelle Ausrichtung der konstitutionellen Monarchie weit von der Widerstandsfähigkeit seines Vaters Sihanouk gegenüber Hun Sen entfernt ist.
Diese Spannungslosigkeit hat Folgen. (mehr …)